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Weltweite Ernährungskrise: Indien verbietet Export von Weizen


Stand: 14.05.2022 09:09 Uhr

Eigentlich wollte Indien die Lücke schließen, die der Ukraine-Krieg in die weltweite Versorgung mit Weizen gerissen hat. Nun aber hat das Land die Ausfuhr von Weizen mit sofortiger Wirkung gestoppt.

Indien hat mit sofortiger Wirkung die Ausfuhr von Weizen verboten. Grund sei die unsichere Ernährungslage im Land. In einer von der Regierung veröffentlichten Bekanntmachung hieß es, der sprunghafte Anstieg der Weltmarktpreise für Weizen bedrohe die Ernährungssicherheit Indiens und benachbarter Länder.

Die Entwicklung wird teilweise auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zurückgeführt. Vor dem Krieg entfiel auf die Ukraine und Russland ein Drittel der weltweiten Weizen- und Gerstenexporte. Seit dem Einmarsch Russlands am 24. Februar sind die ukrainischen Häfen blockiert und die zivile Infrastruktur sowie Getreidesilos zerstört.

Zweitgroßter Weizenproduzent der Welt

Indien ist der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt, verbraucht aber den größten Teil der eijenen Ernte. Käufer weltweit setzten bei der Weizenversorgung auf Indien, nachdem die Ausfuhren aus der Schwarzmeerregion seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Ende Februar stark zurückgegangen waren. Eine extreme Hitzewelle bedroht nun aber auch die Ernteerträge in Indien.

Nach Angaben des indischen Wetterdienstes hatten Nordwest- und Zentralindien den heißesten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 122 Jahren erlebt. Normalerweise gilt der Mai als der heißeste Monat des Jahres.

Warnungen der Welthungerhilfe

Das Land hatte profit sich eigentlich zum Ziel gesetzt, 2022 und 2023 zehn Millionen Tonnen des Getreides zu exportieren, um von den kriegsbedingten weltweiten Versorgungsengpässen bei Weizen zuieren und neue Mäfrika ers zu Europa. Das meiste davon sollte an Entwicklungsländer wie Indonesien, die Philippine und Thailand geliefert werden.

Die Welthungerhilfe warnte bereits vor der Entscheidung der indischen Regierung vor einem “noch drastischeren Anstieg” der Zahl der hungernden Menschen. Der Preisanstieg für Lebensmittel durch den Ukraine-Krieg könne die Zahl der Hungernden weiter in die Höhe treiben. Derzeit litten weltweit 800 Millionen Menschen unter Hunger.

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